08.09.2026 - 19:30 Uhr Kunsteisstadion im Sahnpark
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Eispiraten Crimmitschau

EPC

3 : 2

(0:1,1:1,1:0,1:0)n.V.
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Lausitzer Füchse

LFX

Füchse zeigen starke 40 Minuten und verlieren Derby nach Verlängerung

Weißwasser überzeugt lange mit Energie, Zug zum Tor und defensiver Stabilität – im Schlussdrittel fehlt der Zugriff

Der vorletzte Test der Vorbereitung hatte für die Lausitzer Füchse durchaus Aussagekraft. Im Derby bei den Eispiraten Crimmitschau traf die Mannschaft auf einen direkten Ligakonkurrenten und bekam damit eine gute Gelegenheit, den aktuellen Stand der eigenen Entwicklung zu überprüfen. Über 40 Minuten fiel die Bilanz dabei positiv aus. Im Schlussdrittel verloren die Füchse allerdings zunehmend den Zugriff auf die Partie und mussten sich nach Verlängerung mit 2:3 geschlagen geben.

Von Beginn an war zu erkennen, dass die Füchse dieses Derby nicht abwartend angehen wollten. Bereits nach zehn Sekunden musste Crimmitschaus Torhüter Pascal Seidel erstmals eingreifen. Weißwasser spielte mit Energie, bewegte die Scheibe schnell und suchte konsequent den Weg zum Tor.

In der sechsten Minute folgte die Belohnung für den engagierten Beginn. Tim Heyter brachte die Scheibe von der blauen Linie gefährlich vor das Tor, Bryan Lemos hielt den Schläger hinein und fälschte zum 1:0 ab. Auch danach blieben die Füchse offensiv präsent. Seidel bekam reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen und musste unter anderem einen Schuss von Theodore mit der Maske abwehren.

Noch wichtiger als die offensive Präsenz war allerdings die Reaktion der Mannschaft auf die schwierigen Phasen. Mitte des ersten Drittels mussten die Füchse nach Strafen gegen Breitkreuz und  Sager längere Zeit in doppelter Unterzahl agieren. Die Defensive blieb kompakt, die Laufwege stimmten und die Mannschaft verteidigte diese Situation mit großer Konsequenz.

Dabei beschränkte sich Weißwasser nicht darauf, die Scheibe irgendwie aus der Gefahrenzone zu bringen. Selbst in Unterzahl gelang ein gefährlicher Gegenangriff über Saakyan. Hinter der stabilen Defensive zeigte zudem Lennart Neiße eine sichere Leistung und war zur Stelle, wenn Crimmitschau doch zum Abschluss kam.

Auch im zweiten Drittel blieben die Füchse zunächst die Mannschaft, die das Spiel bestimmte. Crimmitschau agierte defensiver und versuchte, über Konter zum Erfolg zu kommen. Weißwasser ließ die Scheibe gut laufen und kam immer wieder in aussichtsreiche Positionen.

Noch fehlte allerdings die letzte Konsequenz. Mehrfach spielten sich die Füchse gut bis in die Nähe des Tores, konnten den Druck aber nicht in einen weiteren Treffer ummünzen. Auch im Powerplay benötigte die Mannschaft zunächst etwas Zeit, um in ihre Formation zu finden. Als dies gelang, wurde es gefährlich – doch Seidel hielt die Eispiraten mit mehreren Paraden im Spiel.

In der 26. Minute kamen die Gastgeber schließlich zum Ausgleich. Logan Will traf nach schöner Vorarbeit per Rückhand aus kurzer Distanz zum 1:1. Für Neiße war bei diesem Abschluss nichts zu machen.

Die Reaktion der Füchse passte anschließend sehr gut zum bisherigen Auftritt. Keine Hektik, kein sichtbarer Bruch, stattdessen die unmittelbare Antwort. Nur eine Minute später stellte Adam Brady die Führung wieder her. Lane Scheidl legte die Scheibe stark zurück, Brady nutzte den kurzen Winkel und überwand Seidel über dessen Schulter zum 2:1.

Auch danach blieb Weißwasser gefährlich. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass Crimmitschau nun mutiger wurde und den Weg zum Tor häufiger suchte. Die Füchse überstanden eine weitere Unterzahlsituation und hatten selbst Möglichkeiten, die Führung auszubauen.

Eine Szene kurz vor dem Ende des zweiten Drittels zeigte allerdings auch, wo noch Luft nach oben ist. Aus einem Fehler im eigenen Spielaufbau entwickelte sich in eigener Überzahl plötzlich eine gefährliche Konterchance für Crimmitschau. Neiße verhinderte mit der Schulter den möglichen Ausgleich. Es waren solche kleinen Unsauberkeiten, die verhinderten, dass die Füchse ihre über weite Strecken gute Spielkontrolle noch deutlicher in Zählbares umsetzten.

Im Schlussdrittel kippt die Partie

Im letzten Abschnitt änderte sich das Bild zunehmend. Zwar bekamen die Füchse früh die Möglichkeit, erneut im Powerplay für Gefahr zu sorgen, doch Crimmitschau arbeitete konsequent gegen die Scheibe und ließ kaum gefährliche Situationen entstehen.

Mit zunehmender Spielzeit verloren die Füchse ihren Rhythmus. Die Eispiraten erhöhten den Druck und kamen immer häufiger in die gefährlichen Bereiche. Weißwasser fehlten in dieser Phase die eigenen Ideen und die Konsequenz aus den ersten beiden Dritteln.

Lennart Neiße wurde nun zum wichtigen Rückhalt. Mehrfach musste der Füchse-Torhüter eingreifen und hielt seine Mannschaft zunächst in Führung. Crimmitschau blieb jedoch dran und erhöhte den Druck weiter.

Knapp drei Minuten vor dem Ende fiel schließlich der Ausgleich. Dylan Wruck wurde völlig frei vor dem Füchse-Tor angespielt und setzte die Scheibe unhaltbar unter die Latte. Das 2:2 war zu diesem Zeitpunkt die logische Konsequenz des Spielverlaufs im Schlussdrittel.

Die Eispiraten wollten nun mehr. Walsh tauchte noch einmal gefährlich direkt vor Neiße auf, konnte den Füchse-Goalie aber nicht überwinden. Weißwasser rettete sich in die Verlängerung, nachdem Crimmitschau den Schlussabschnitt bestimmt hatte.

Dort dauerte es nicht lange. Die Gastgeber kamen in der ersten Minute der Verlängerung ins Angriffsdrittel und Collin Adams erzielte den 3:2-Siegtreffer.

Für die Füchse bleibt damit trotz der Niederlage ein aufschlussreicher Test. Über zwei Drittel zeigte die Mannschaft vieles von dem, was wenige Tage vor dem Saisonstart gefragt ist: eine gute Körpersprache, viel Energie, offensiven Zug zum Tor und eine über weite Strecken kompakte Defensive. Auch auf schwierige Situationen wie die doppelte Unterzahl reagierte das Team konzentriert und als Einheit.

Gleichzeitig zeigte das Derby deutlich, dass diese Stabilität noch über die kompletten 60 Minuten gebracht werden muss. Im Schlussdrittel ging der Zugriff verloren, die eigenen Offensivaktionen wurden weniger zwingend und Crimmitschau konnte immer mehr Druck entwickeln.

Genau diese Erkenntnisse sind es, die einen Test gegen einen Ligakonkurrenten so wertvoll machen. Die Füchse sind in ihrer Entwicklung bereits deutlich weiter, müssen aber noch an der Konstanz arbeiten.

Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr. Am Freitag steht bereits der letzte Vorbereitungstest auf dem Programm. Dann treffen die Füchse erneut auf die Eispiraten Crimmitschau, diesmal vor heimischem Publikum in der Eisarena Weißwasser. Anschließend richtet sich der Blick endgültig auf den Saisonstart.

Torfolge

0:1 6.Min. #19 B. Lemos (EQ), #42 T. Heyter
1:1 26.Min #17 L. Will (EQ),  #18 C. Adams
1:2 27.Min.

#9 A. Brady (EQ)#23 L. Scheidl, #42 T. Heyter

2:2 57.Min. #88 D. Wruck (EQ), #8 D. Walsh, #67 J. Kärki
3:2 61.Min. #18 C. Adams (EQ), ohne Assist                      

 

Strafen

Lausitzer Füchse 5(4-4-2)
Eispiraten Crimmitschau 3 (2-2-2)                        

Team Stripes

Achim Moosberger (1. Schiedsrichter)
Bastian Steingross (2. Schiedsrichter)
Lukas Pfriem (1. Linesperson)
Maksim Cepik (2. Linesperson)

Zuschauer  1106

Fotos: Th.Heide

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