Die Eiszeit in Weißwasser ist eröffnet: Seit Dienstag können die Lausitzer Füchse endlich wieder auf heimischem Eis trainieren. Nach den ersten intensiven Trainingstagen steht nun am kommenden Wochenende der Startschuss in die Vorbereitungsspiele an. Insgesamt sechs Partien sind angesetzt, bevor kurz vor dem Saisonstart das einzige Test-Heimspiel in der Eisarena Weißwasser steigt.
Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren stellen die Füchse erneut das jüngste Team der Liga – und mit einer Kadergröße von 185,8 cm im Schnitt auch ein körperlich stark aufgestelltes. Gleich zehn Neuzugänge haben sich im Sommer dem Team angeschlossen. Schon bei der Saisoneröffnungsparty am vergangenen Freitag präsentierte sich die Mannschaft den Fans – erstmals gab es dabei auch ein „Speed-Dating“, bei dem Spieler und Trainer im direkten Frage-Antwort-Dialog Rede und Antwort standen.
Erster Härtetest am Pferdeturm
Am Freitagabend wartet mit den Hannover Indians der erste Gegner. Der Oberligist gehört seit Jahren zur Spitzengruppe der Oberliga Nord und verfügt über einen erfahrenen Kader mit zahlreichen Akteuren, die DEL-, DEL2- oder internationale Erfahrung mitbringen. Im Tor steht mit Timo Herden ein alter Bekannter, der bereits für Rosenheim, Bad Nauheim und Bayreuth in der DEL2 auflief und auch vier Einsätze in der DEL für die Düsseldorfer EG verbuchte.
Das legendäre Eisstadion am Pferdeturm bietet für das Testspiel eine atmosphärische Kulisse: Mit über 4.500 Plätzen und durchschnittlich 3.000 Zuschauern pro Ligaspiel zählt es zu den traditionsreichsten Arenen Deutschlands. Viele Füchse-Fans erinnern sich noch an das Jahr 2010, als ein Sonderzug mit über 700 Blau-Gelben nach Hannover reiste und für Gänsehaut-Stimmung sorgte.
Headcoach Christof Kreutzer warnt trotz der Ligaunterschiede vor dem ersten Gegner:
„Vorbereitung ist Ergebnismäßig zweitrangig. Aber Hannover hat Saisoneröffnung – die wollen! Der Unterklassige will immer den anderen schlagen.“
Spitzenspiel in Kassel
Am Sonntag reisen die Füchse weiter nach Nordhessen zu den Kassel Huskies. Die „Schlittenhunde“ haben bereits fünf Vorbereitungsspiele absolviert und testen fast ausschließlich gegen Erstligisten aus der DEL oder internationale Topteams aus der ICE Hockey League. Seit Jahren kratzt Kassel am Aufstieg in die DEL und will auch in dieser Saison erneut angreifen.
Das Team von Trainer Todd Woodcroft hat seine Vorbereitung mit einem Trainingslager in Zell am See und dem eigenen „Probonio Preseason Cup“ intensiviert. Im Kader steht mit Michael Bartuli übrigens ein ehemaliger Förderlizenzspieler der Eisbären Berlin, der in den vergangenen beiden Jahren regelmäßig für die Füchse in der DEL2 auflief.
Auch auf persönlicher Ebene ist die Partie besonders: In Kassel arbeitet Kreutzers Bruder Daniel als Sportdirektor u nd sicherlich wird auch etwas Zeit für persönliche Momente bleiben.
Blick des Trainers auf das Wochenende
Für den Headcoach stehen nicht Ergebnisse im Vordergrund, sondern Entwicklungsschritte:
Erwartungen an die ersten Spiele:
„Hannover will uns als Oberligist schlagen, Kassel ist ein Top-Team mit viel Spielpraxis, ich liebe es, gegen das bestmögliche Team zu spielen – genau diese Mischung ist optimal für uns.“ sagt Kreutzer.
Fokus in den ersten Partien:
„Wir probieren im Powerplay und bei den Reihen einiges aus. Wichtig ist, dass die Jungs Spielpraxis sammeln.“
Schwerpunkte:
„Wir wollen sehen, wie die Abläufe greifen, und natürlich auch die Kondition im Spiel testen.“
Bedeutung für die Teambildung:
„Man sieht Stück für Stück, wer am besten zusammenpasst und welche Stellschrauben wir noch nachjustieren können.“
Stimmung in der Mannschaft:
„Die ist richtig gut – alle verstehen sich und ziehen voll mit.“
Ausblick
Die Füchse nutzen die ersten beiden Testspiele also vor allem, um ihre Reihen zu finden und die taktische Arbeit der vergangenen Trainingstage auf das Eis zu bringen. Für die Fans bleibt es spannend, wie sich das junge und neuformierte Team in den kommenden Wochen einspielt, bevor es in die heiße Phase der Vorbereitung und schließlich in die neue DEL2-Saison geht.
Wer die Füchse am Wochenende nicht live vor Ort unterstützen kann, hat trotzdem die Möglichkeit, dabei zu sein: Am Freitag ab 20.00 Uhr wird die Partie aus Hannover auf Sprade.TV übertragen, am Sonntag ab 16.00 Uhr das Spiel aus Kassel auf SportEurope.TV. Zusätzlich begleitet der Liveticker der Lausitzer Füchse beide Begegnungen.