off-season-talk: was macht eigentlich... Tim Heyter

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Heimatgefühle, die DEL2 und der perfekten Sommer

Timmi, die vergangene Saison war für dich hochemotional: Nach neun Jahren bist du dorthin zurückgekehrt, wo für dich im Nachwuchs alles begann. Wie hat es sich angefühlt, wieder dauerhaft zu Hause zu sein, und wann kam der Moment, in dem du realisiert hast: „Ich bin wieder richtig angekommen“?

Tim: Der Moment kam eigentlich relativ schnell. Auch wenn ich neun Jahre nicht in Weißwasser gespielt habe, habe ich der Stadt und der Region nie den Rücken gekehrt. Ich habe viele Sommer hier verbracht und war immer eng mit der Heimat verbunden. Deshalb habe ich mich sehr schnell wieder wohlgefühlt und das Gefühl gehabt, angekommen zu sein.

Du stammst gebürtig aus Bad Muskau. Konntest du deinen Teamkollegen, die nicht aus der Region kommen, eigentlich schon die schönsten Ecken in der Heimat oder deinen persönlichen Lieblingsplatz in Weißwasser zeigen?

Tim: Einen ganz bestimmten Lieblingsplatz habe ich eigentlich nicht. Aber rund um Weißwasser gibt es viele schöne Orte in der Natur, die ich dem einen oder anderen Teamkollegen empfohlen habe. Da ich in meiner Freizeit auch gerne angeln gehe, konnte ich natürlich einige der Seen in der Umgebung empfehlen.

Du hast in deiner Karriere schon andere Standorte erlebt. Was macht Weißwasser im direkten Vergleich so besonders und warum verdient die Stadt den Namen „Hockeytown“ aus Deiner Sicht wirklich?

Tim: Ich habe mittlerweile einige Eishockeystandorte kennengelernt, aber so eine familiäre Atmosphäre habe ich weder bei den Fans noch innerhalb einer Mannschaft erlebt. Mir ist noch einmal bewusster geworden, was Eishockey für diese Stadt und die gesamte Region bedeutet und wie viele Menschen den Sport hier Woche für Woche unterstützen. Deshalb passt der Name „Hockeytown“ einfach perfekt.

Der Druck auf einheimische Spieler, die zurückkehren, ist oft speziell. Du konntest dich aber sofort als wichtiger Verteidiger etablieren. Wie viel Rückenwind haben dir dabei die Fans und das familiäre Umfeld im Verein gegeben?

Tim: Es ist grundsätzlich immer eine Herausforderung, sich als neuer Spieler zu beweisen und in einer Mannschaft zu etablieren. Für mich persönlich war es aber sicherlich einfacher, weil meine Familie und viele Freunde hier in der Region leben. Das gibt einem natürlich Rückhalt und hilft dabei, sich schnell einzuleben.

Wenn du sportlich auf das letzte Jahr zurückblickst: Warum war diese Saison für dich persönlich eine ganz besondere in der DEL2?

Tim: Vor allem, weil ich wieder zu meinem Heimatverein zurückgekehrt bin. Zu dem Verein, der mir als Kind das Eishockeyspielen beigebracht hat und bei dem ich schon als Sechsjähriger auf dem Eis stand und davon geträumt habe, irgendwann das Profitrikot zu tragen.

Die DEL2 wird gefühlt von Jahr zu Jahr ausgeglichener und härter. Wie bewertest du als Verteidiger die Entwicklung der Liga in den letzten Jahren, sowohl spielerisch als auch physisch?

Tim: Genau wie die meisten Anderen finde ich, dass sich die DEL2 in den letzten Jahren enorm entwickelt hat. Die Liga ist sehr ausgeglichen geworden, sodass man sich gegen keinen Gegner eine Schwächephase erlauben kann. Dadurch wird jede Partie zu einer echten Herausforderung. Für uns Spieler ist das natürlich anspruchsvoll, macht die Liga aber auch unglaublich attraktiv.

Du hast Deinen Vertrag für die neue Saison verlängert. Was waren für dich die ausschlaggebenden Gründe zu sagen: „Ich bin hier nicht fertig, ich bleibe den Füchsen treu“?

Tim: Ich fühle mich hier einfach sehr wohl. Mit unserem vergleichsweise jungen Team hatten wir eine gute Saison, und die Voraussetzungen, um hier Eishockey zu spielen, sind hervorragend. Dazu kommt die tolle Stimmung innerhalb der Mannschaft. Ich hatte einfach Lust auf mehr.

Willst Du uns verraten, welche persönlichen Ziele und vielleicht auch mannschaftlichen Ziele Du im zweiten Jahr nach Deiner Rückkehr planst?

Tim: Ich wünsche mir, dass wir als Mannschaft wieder so zusammenwachsen, wie wir es in der vergangenen Saison geschafft haben. Ich glaube, dass wir dann gemeinsam viel erreichen können. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Mittlerweile gehöre ich auch schon zu den etwas erfahreneren Spielern und sehe es als meine Aufgabe, die neuen Jungs gut ins Team aufzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Spielerisch möchte ich eben auch den nächsten Schritt machen und der Mannschaft weiterhin vor allem defensiv helfen.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Der private Timmi

Kommen wir zum erholsamen Teil des Jahres – der Sommerpause. Was für ein „Sommertyp“ bist du? Genießt du eher die Ruhe in der Heimat oder zieht es dich direkt in die Ferne?

Tim: Eigentlich beides. Ich genieße die Zeit in der Heimat sehr und freue mich auf die sommerlichen Tage in der Natur. Gleichzeitig zieht es mich aber auch jedes Jahr für ein paar Tage ins Ausland.

Wenn es um Urlaub geht: Bist du der Typ „Strandliege und Füße hoch“ oder brauchst du auch im Urlaub Action, Städtetrips und Bewegung?

Tim: Ich bin lieber in Bewegung und möchte etwas erleben. Wenn ich den ganzen Tag am Strand liege, wird mir ehrlich gesagt schnell langweilig. Deshalb mag ich Urlaube, die nicht zu touristisch sind und bei denen man viel unternehmen und entdecken kann.

Was hältst Du von großen Rad- oder vielleicht auch Paddel-Touren im Sommer?

Tim: Das passt zu mir. Da ich im Sommer viel mit dem Rennrad unterwegs bin, liegt eine größere Radtour natürlich nahe. Bisher waren es meist Tagesausflüge, aber längere Touren kann ich mir definitiv vorstellen. Auch eine Paddeltour reizt mich, am besten natürlich mit der Angel im Gepäck.

Welche Urlaubsgegenden haben Dich bisher am meisten beeindruckt?

Tim: Landschaftlich hat mich Namibia am meisten beeindruckt. Ein wunderschönes Land mit einer beeindruckenden Tierwelt, viel unberührter Natur und vergleichsweise wenigen Menschen.

Während der intensiven Eishockeysaison bleibt kaum Freizeit. Welche Hobbys und Leidenschaften kannst du jetzt im Sommer endlich wieder ausleben, für die sonst einfach die Zeit fehlt?

Tim: Am meisten freue ich mich darauf, wieder regelmäßig Rennrad und Motorrad fahren zu können. Während der Saison bleibt dafür oft kaum Zeit, deshalb genieße ich es im Sommer umso mehr, draußen unterwegs zu sein.

Wie sieht deine Balance aktuell aus zwischen hartem Sommertraining und echter mentaler Erholung vom Sport?

Tim: Ich nutze meinen Urlaub bewusst, um auch mental einmal komplett abzuschalten. Gleichzeitig arbeite ich im Sommer richtig intensiv an der Vorbereitung auf die neue Saison. Da gibt´s einen individuellen Trainingsplan, und der sorgt dafür, dass Training und Erholung in einem guten Gleichgewicht bleiben.

Schnellfragerunde

Lieber Bungee-Jumping oder an einem Wolkenkratzer kopfüber an einem Seil hinunterlaufen?
Weder noch.

Lieber ein ungemütlicher Roadtrip im klapprigen Camper ohne Klimaanlage oder ein All-Inclusive-Luxushotel, in dem du aber den ganzen Tag im Smoking herumlaufen musst?
Definitiv der Roadtrip.

Lieber eine Woche lang bei 40 Grad im Schatten oder eine Woche lang bei minus 10 Grad zelten?
Dann doch lieber die 40 Grad.

Strandurlaub oder Städtetrip?
Strandurlaub.

Grillabend im Garten oder schickes Restaurant?
Grillabend.

Frühaufsteher oder Langschläfer im Sommer?
Frühaufsteher.

Knallharter Bodycheck oder ein genialer Assist zum Tor?
Bodycheck.

Klimmzüge oder Kniebeugen beim Sommertraining?
Kniebeugen.

Eine Sache, die auf Reisen im Koffer niemals fehlen darf?
Gute Sonnenbrille.

Blau oder Gelb?
Nur beides zusammen.

Zum Abschluss:

Timmi: Hand aufs Herz – wie sehr vermisst du das Eis und die Kulisse in der Eisarena Weißwasser schon?

Tim: Klar fehlen mir das Eis und die Spiele vor unseren Fans. Gerade nach meiner Rückkehr habe ich noch einmal gemerkt, wie besonders die Atmosphäre ist. Die Unterstützung, die wir hier Woche für Woche bekommen, ist alles andere als selbstverständlich. Deshalb freue ich mich schon darauf, wenn es wieder losgeht und wir gemeinsam in die neue Saison starten. Ich hoffe, dass uns die Fans auch in der kommenden Spielzeit wieder so großartig unterstützen wie zuletzt.

Timmi, danke für´s Gespräch und Deine Zeit.

Ist doch selbstverständlich. Bis bald.