18 Jahre jung, Vertrag verlängert, erste DEL2-Tore erzielt – Nikita, was war für dich persönlich der schönste Moment der vergangenen Saison?
Da gab es gleich mehrere besondere Momente. Sehr aufregend war es, als mich mein U20-Trainer in Berlin anrief und sagte, dass ich erstmals mit den Profis der Eisbären trainieren darf. Man wusste zwar, dass die Chance irgendwann kommen könnte, aber als der Anruf dann tatsächlich kam, war das etwas ganz Besonderes. Ähnlich war es später, als ich die Möglichkeit bekommen habe, nach Weißwasser zu kommen. Das war für mich eine Bestätigung, dass sich die harte Arbeit auszahlt.
Du hast bereits zwei Tore für die Füchse geschossen. Wie war das mit deinem ersten DEL2-Tor?
Das war natürlich ein unglaublich schöner Moment. Vor dem Spiel wusste ich bereits, dass meine Schwester und drei meiner besten Freunde in der Arena sein würden. Irgendwie hatte ich schon vorher ein gutes Gefühl. Dass es dann tatsächlich geklappt hat, war etwas Besonderes. Noch dazu war es einen Tag vor Weihnachten. Danach bin ich mit einem breiten Grinsen nach Hause gefahren und konnte das Tor am nächsten Tag mit meiner Familie feiern.
Beim Einsatz für die Deutsche U19-Nationalmannschaft hast du dich beim Fünf-Nationen-Turnier in Finnland verletzt. Wie hast du den Moment erlebt, als klar wurde, dass die Saison für dich beendet ist?
Zunächst hatte ich mich riesig über die Einladung zur Nationalmannschaft gefreut. Es war meine erste Berufung und damit ein weiterer besonderer Moment in einem ohnehin ereignisreichen Jahr. Dass das Turnier dann bereits im ersten Spiel für mich zu Ende war, war natürlich ein Schock. Ich war enttäuscht, habe die Situation aber relativ schnell akzeptiert. Statt mich lange darüber zu ärgern, habe ich versucht, die Zeit sinnvoll zu nutzen, um an meinem Körper zu arbeiten, stärker zu werden und Dinge zu verbessern, für die während einer Saison oft keine Zeit bleibt.
Wie verlief die Reha und wie hast du dich motiviert?
Die Reha läuft sehr gut. Ich arbeite eng mit meinem Physiotherapeuten zusammen und bin mit den Fortschritten sehr zufrieden. Wir achten darauf, dass jeder Schritt sauber aufgebaut wird und ich bestmöglich auf die Rückkehr vorbereitet bin.
Kannst du schon wieder ohne Einschränkungen trainieren?
Ich würde sagen, ich bin wieder bei etwa 90 bis 95 Prozent. Die Heilung verläuft sogar etwas schneller als ursprünglich prognostiziert. Auf dem Eis fehlen noch einige Mannschaftseinheiten und die letzten Belastungsstufen, aber insgesamt bin ich auf einem sehr guten Weg. Wenn alles weiter so läuft, werde ich zur Vorbereitung wieder voll einsatzfähig sein.
Du hast deinen Vertrag in Weißwasser verlängert. Was macht den Standort für dich aus?
Ich habe mich in Weißwasser vom ersten Tag an wohlgefühlt. Die Mannschaft, die Trainer und der gesamte Staff haben mich hervorragend aufgenommen. Dadurch konnte ich schnell ankommen und Selbstvertrauen gewinnen. Wenn man sich auf und neben dem Eis wohlfühlt, macht das vieles einfacher und genau dieses Gefühl habe ich hier.
Wie war es eigentlich, als 18-Jähriger gegen erfahrene DEL2-Spieler anzutreten?
Eigentlich hatte ich gar nicht viel Zeit, darüber nachzudenken. Ich kam am Donnerstagabend nach Weißwasser, am Freitag war das Pre-Game-Skate und anschließend direkt das Spiel gegen Krefeld. Das ging alles unglaublich schnell. Natürlich merkt man sofort das höhere Niveau und die Erfahrung der Gegner. Aber genau diese Herausforderung hat unglaublich viel Spaß gemacht und mir geholfen, mich weiterzuentwickeln.
Was hat dich in deiner ersten Saison besonders beeindruckt?
Wie schnell sich alles entwickelt hat. Vor kurzer Zeit habe ich noch in der U20 gespielt und plötzlich standen DEL2-Einsätze und die Nationalmannschaft auf dem Programm. Das war anfangs fast surreal. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und freue mich darauf, diesen Weg weiterzugehen.
Du spieltest zu Beginn der vergangenen Saison im DNL-U20-Team der Eisbären Juniors. Was macht den entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Welten aus?
Vor allem die Erfahrung. Viele Spieler in der DEL2 haben bereits jahrelang auf hohem Niveau gespielt und kennen alle Abläufe genau. Sie haben feste Routinen und wissen, wie sie mit bestimmten Situationen umgehen müssen. Als junger Spieler muss man sich diese Erfahrung erst erarbeiten.
Du hattest bei den Eisbären Juniors mit 36 Punkten aus 26 Spielen ordentlich gepunktet. Wie gehst du damit um, dass es in der DEL2 deutlich schwerer ist, Tore zu erzielen?
Die DEL2 ist schneller, körperlicher und insgesamt anspruchsvoller. Da bekommt man weniger Zeit und weniger Raum. Für junge Spieler ist das eine Umstellung. Ich glaube aber, dass mit zunehmender Erfahrung auch die Sicherheit wächst. Deshalb sehe ich das als normalen Entwicklungsschritt.
Was möchtest du in der kommenden Saison unbedingt verbessern?
Ich möchte noch selbstbewusster auftreten und mir auf dem Eis mehr zutrauen. Mein Ziel ist es, dem Team noch mehr helfen zu können und offensiv häufiger Akzente zu setzen.
Du bist in Wolfsburg aufgewachsen. Was war dort dein Lieblingsplatz?
Einen festen Lieblingsplatz hatte ich eigentlich nie. Ich habe viel Zeit in der Eisarena und im Allerpark (öffentlicher Freizeitpark) verbracht. Am liebsten war ich aber immer mit Freunden unterwegs und habe versucht, möglichst viele Erinnerungen zu sammeln.
Wo verbringst du die Sommermonate?
Den Großteil des Sommers verbringe ich in Wolfsburg, weil ich hier trainiere und auch meine Reha absolviere. Mit Freunden ging es zwischendurch für ein paar Tage nach Barcelona, ansonsten war ich hauptsächlich zuhause.
Was machst du an einem freien Tag am liebsten?
Entspannen, Freunde treffen, vielleicht in die Sauna gehen und später gemeinsam etwas essen. Das ist für mich ein perfekter freier Tag.
Welche Hobbys begleiten dich schon seit deiner Kindheit?
Fußball hat mich schon immer begleitet. Außerdem, auch wenn das komisch klingen mag: Mir war es schon als Kind wichtig, möglichst viel Zeit mit Freunden zu verbringen.
Für welches Hobby fehlt dir aktuell einfach die Zeit?
Eigentlich für keines. Ich kann meinen Alltag ganz gut organisieren und finde meistens Zeit für die Dinge, die mir wichtig sind.
Wie sieht ein perfekter Urlaubstag für Nikita Knaus aus?
Ausschlafen, gut frühstücken, anschließend an den Strand und die Sonne genießen. Dazu gutes Essen und am Abend mit Freunden unterwegs sein – besser geht es eigentlich nicht.
Bist du eher Typ Strandurlaub, Städtetrip oder Abenteuerurlaub?
Ganz klar Strandurlaub. Am besten eine Kombination aus Strand und Stadt, so wie in Barcelona. Gegen ein kleines Abenteuer habe ich aber auch nichts einzuwenden.
Gibt es ein Reiseziel, das du unbedingt einmal besuchen möchtest?
Ein konkretes Ziel habe ich da nicht wirklich. Asien würde mich aber allerdings schon mal reizen. Thailand oder Bali zum Beispiel.
Was läuft bei dir musikalisch aktuell rauf und runter?
Ich höre eigentlich alles Mögliche. Von deutscher über englischer Musik bis hin zu Jazz. Mein Lieblingskünstler ist aber ganz klar Drake. Er ist Rapper und R&B-Sänger.
Was können die Fans über dich wissen, das bisher kaum jemand kennt?
Da gibt es nicht wirklich entscheidendes. Aber ich bin jemand, der gerne unterwegs ist und neue Dinge erlebt. Wenn Freunde etwas unternehmen wollen, bin ich fast immer dabei. Zuhause rumsitzen ist eher nicht mein Ding.
Du darfst einen Tag lang mit einer berühmten Person tauschen. Wer wäre das?
Wahrscheinlich Drake. Sein Leben stelle ich mir ziemlich verrückt vor. Cristiano Ronaldo wäre aber ebenfalls spannend.
Wenn dein Leben eine Netflix-Serie wäre – wie würde sie heißen?
Einmal leben wie Nikita.
Welche Serie hast du zuletzt komplett durchgesuchtet?
Da muss ich passen. Ich bin tatsächlich überhaupt kein großer Serienfan. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich meine letzte Serie geschaut habe.
Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Essen, etwas zu trinken und meine Freunde.
Was wäre dein Traumberuf geworden, wenn es mit dem Eishockey nicht geklappt hätte?
Dönermann vielleicht. (lacht)
Welcher Mitspieler wäre der beste Kandidat für eine Reality-Show?
Ganz klar Freisi. Vielleicht würden wir sogar gemeinsam antreten.
Gibt es etwas, das du unbedingt einmal ausprobieren möchtest?
Oh ja, Fallschirmspringen steht ganz oben auf meiner Liste.
Wer ist dein größtes sportliches Vorbild?
Im Eishockey definitiv Nikita Kutscherow. Seine Spielweise begeistert mich schon lange. Aber auch der deutsche Youtuber und Extremsportler Arda Saatci ist ein Vorbild für mich.
Welchen Spitznamen hattest du als Kind?
Eigentlich keinen. Ich wurde immer einfach Nikita genannt. „Knausi“ ist erst in Weißwasser entstanden.
Warum bist du eigentlich Stürmer geworden?
Weil mein Vater mich damals in diese Richtung gelenkt hat.
Schnellfragerunde
Sommer oder Winter?
Sommer
Strand oder Berge?
Strand
Lieblingsessen?
Lasagne von meiner Schwester
Frühaufsteher oder Langschläfer?
Langschläfer
Netflix oder YouTube?
YouTube
PlayStation oder Xbox?
PlayStation
Anzug oder Schlabber-Look?
Schlabber-Look
Messi oder Ronaldo?
Ronaldo
Batman oder Iron Man?
Iron Man
John Wick oder James Bond?
John Wick
Cobra Kai oder Stranger Things?
Stranger Things
WhatsApp oder Telefonanruf?
WhatsApp
Freibad oder See?
See
Fliegen können oder unter Wasser atmen?
Fliegen können
Garten oder Balkon?
Garten
Singst du unter der Dusche?
Ja manchmal.
Nikita, vielen Dank & beste Grüße nach Wolfsburg! Wir freuen uns auf Deine Rückkehr!
Dankeschön.
Foto: Nikita Knaus (2.von links) unterwegs mit Freunden