Off-Season-Talk 07: Was macht eigentlich...

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Charlie Jahnke - der Berliner der zeigt, dass man zweimal in die gleiche Kabine steigen kann – wenn es passt.

Der Berliner, der schon überrascht war, dass man sich in Hockeytown nach fast 5 Jahren so gut an ihn erinnerte.
Jetzt ist er nicht nur zurück – sondern wieder mittendrin: Auf dem Eis, im Team und beim Sommerinterview, in dem es ausnahmsweise mal nicht nur um Eishockey geht.

Charlie, du hast alle Spiele in der zweiten Liga bisher in der Lausitz absolviert. Wie stark fühlst du dich mittlerweile mit dem Standort verbunden?

Absolut verbunden. Auch wenn fünf Jahre dazwischen lagen, ist es doch eine lange Zeit insgesamt – und irgendwie auch etwas Besonderes, wenn man seine Zweitliga-Erfahrung komplett mit einem einzigen Club macht. Ich fühle mich sehr wohl hier, sowohl in der Eishalle als auch in der Stadt. Ich spiele wirklich gern in Weißwasser.

Wie war’s für dich persönlich, wieder mehr Verantwortung auf dem Eis zu bekommen?

Das war super! In der DEL hatte ich eine ganz andere Rolle – dritte oder vierte Reihe, wenig Eiszeit, eher ein Rollenspieler. Jetzt wieder mehr Verantwortung zu übernehmen, vor allem offensiv, hat mir richtig Spaß gemacht. Man hat das Gefühl, aktiver zum Teamerfolg beitragen zu können – das motiviert total.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Letzte Saison warst du unter den Top Five der Scorer in der Füchsefamilie. Hast du deinen Platz wiedergefunden?

Ja, ich denke schon. Der Start war etwas holprig – ich musste erst wieder in die offensivere Rolle reinfinden. Aber ab Spiel 15 oder 20 hat’s besser geklappt. Da kamen dann auch die Tore und Punkte, und ich habe mich mit der Rolle wieder richtig wohlgefühlt.

Durch Ausfälle hattest du immer wieder mal wechselnde Partner an der Seite. Ist so etwas ein Problem, wenn der eingeschworene Mitspieler nicht da ist?

Nicht wirklich. Verletzungen gehören zum Sport dazu – man spielt nie eine ganze Saison mit denselben Reihen. Da muss man flexibel bleiben und sich auf neue Partner einstellen. Ich denke, das haben wir über die Saison ganz gut gelöst.

Deine Vertragsverlängerung stand sehr schnell fest. Wie zufrieden warst du insgesamt mit der Saison?

Insgesamt schon zufrieden, aber es war definitiv mehr drin. Unser Ziel war die direkte Qualifikation für die Playoffs – also Top 6 – das haben wir leider verpasst. Klar, es war schön, die Pre-Playoffs zu erreichen, aber das Ausscheiden gegen Freiburg war sehr bitter. Ich finde, wir haben da nicht unser bestes Hockey gespielt. Das Viertelfinale wäre drin gewesen.

Das Ziel Platz 6, was du nach den ersten Spielen als Wunsch geäußert hast, ist so nicht ganz eingetreten. Was würdest du aus heutiger Sicht vielleicht anders, ggf. besser machen?

Ich finde,wir waren über die gesamte zu inkonstant. Es gab nie so einen richtigen Lauf mit mehreren Siegen in Folge. Stattdessen war es sehr häufig ein Auf und Ab – zwei Siege, dann wieder ein oder zwei Niederlagen. Und manchmal haben wir nach ein paar Siegen gedacht, wir müssten das Spiel verändern oder „zaubern“. Das hat uns Punkte gekostet. Wenn wir konsequent bei unserer Spielweise geblieben wären, wären die Top 6 durchaus möglich gewesen.

Du warst Rückkehrer in die Lausitz, kamst aus der DEL. Wie fällt dein Vergleich zwischen beiden Ligen nach einem kompletten Jahr aus?

In der DEL ist alles schneller – besonders die Entscheidungsfindung. Man hat weniger Zeit mit dem Puck, muss schneller reagieren. In der DEL2 ist da (noch) mehr Zeit für Entscheidungen. Aber: Die Liga hat sich im Vergleich zu vor fünf, sechs Jahren stark verbessert – es ist deutlich schwieriger geworden, Tore zu schießen. Das spricht für die Qualität der Liga und ist sehr, sehr gut.

Wie schnell warst du wieder in Weißwasser angekommen?

Sehr schnell. Es hat sich kaum etwas verändert – außer vielleicht einem neuen Sushi-Laden (lacht). Die Stadt, die Atmosphäre – alles war wie früher, das Einleben ging leicht.

Verbringt deine Partnerin die Saison mit in Weißwasser und habt ihr hier so etwas mehr gemeinsame Zeit abseits des Eises?

Leider nur selten. Sie studiert fleißig Innenarchitektur in Rosenheim, macht dort ihren Master. Deshalb war sie meist nicht vor Ort. Aber wann immer es ging, hat sie mich besucht – und das waren dann immer besonders schöne Tage.

Sommer Special

Wie verlief dein Sommer bisher?

Sehr schön – wenn auch leider etwas länger als geplant durch das frühe Playoff-Aus. Aber es tut auch gut, im Sommer mal was anderes als Eishockey zu machen. Das Training läuft gut, und ich konnte viel erleben. Wichtig ist vor allem, dass der Kopf frei wird.

Nenn uns mal dein schönstes Urlaubserlebnis?

Letztes Jahr waren wir auf der Hochzeit von Leon und McKenzie Hungeracker in Seattle – das war ganz besonders. Gefeiert wurde auf einem Weingut der Familie – richtig schön! Danach waren meine Freundin und ich noch ein paar Tage in San Diego, haben die Stadt erkundet. Soweit weg von zu Hause und einfach mal an der Westküste der USA unterwegs.  Ein Urlaub, der definitiv in Erinnerung bleibt.

Und jetzt Charlie – versprochen, keine einsame-Insel-Frage – wirklich! 😉Aber mal angenommen, du hättest ein Boot für den Rückweg dabei: Welche zwei Dinge würden in dem Boot liegen?

Ukulele und ein gutes Buch.

Hast du eigentlich einen Bootsführerschein?

Nein, brauch ich nicht.

Du sagtest uns im Podcast, für einen eigenen Hund bist du noch nicht bereit. Hast du dir letzten Winter den von Eric oder Scheids mal zum Gassi gehen ausgeliehen?

Gassi gegangen bin ich nicht, aber ich hab die beiden getroffen. Sehr lustige und liebe Hunde! Und ja – mittelfristig könnte ich mir das mit der tierischen Verantwortung durchaus vorstellen.

Zum Sommer gehört Lagerfeuer und Akustikgitarre dazu wie...

 ein gekühltes Bier.

Was machen deine Gitarrenkünste? Erfreust du deine Freundin und eure Gäste mit ein paar Songs am Feuer oder am See?

Nein – ich kann leider nicht singen. Da bleibt die Gitarre meistens in der Ecke stehen.

Zurück zum Sommer… Was braucht ein perfekter Sommertag für dich?

Die richtigen Leute, Sonne, ein See – und ein kühles Bier.

Zurzeit ist Festivalzeit: Zelten, laute Musik und wenig Schlaf – ist das was für dich oder eher ein Albtraum in Flipflops?

Erstens: Niemand trägt Flip-Flops auf einem Festival! (lacht) Aber ja, man könnte mich da schon mal antreffen.

Gab es mal einen Sommer-Pechmoment, an den du heute gern zurückdenkst?

Da fällt mir spontan nichts ein – glücklicherweise!

Welches Sommerklischee trifft auf dich überhaupt nicht zu?

Flip-Flops. Definitiv nicht meins.

Wo und wie hältst du dich im Sommer fit?

Ich trainiere viel im Quest Club in Rosenheim – ein super ausgestattetes Fitnessstudio, das alles hat, was ich fürs Sommertraining brauche. Da macht das Training richtig Spaß.

Hast du eine Chance, Sommereis zu nutzen?

Ja, ab und zu. In Rosenheim und manchmal auch in Berlin gab’s Möglichkeiten – einige Hallen hatten offen, und wenn man sich organisiert, kommt man schon ein paar Mal aufs Eis.

Und zum Abschluss:

Worauf freust du dich in der kommenden Saison am meisten?

Auf die neuen Mitspieler, die Kabinenatmosphäre – und dass wir diesmal vielleicht wirklich die Top 6 knacken können. Ich glaube, da ist einiges drin.

Kennst du schon Jungs, die neu ins Team kommen?

Ja, zum Beispiel John Broda. Mit dem habe ich in Iserlohn zusammengespielt – ein super Typ, sehr witzig, und sportlich definitiv eine Verstärkung. Ich freu mich drauf!

Charlie, vielen Dank für deine Zeit – und maximale Erholung bis zum Saisonstart!

Danke euch – war wie immer entspannt! Ich freu mich schon riesig auf die neue Saison, die Jungs, die Fans und hoffentlich viele geile Spiele. Wir sehen uns in der Halle!