Mit einer erneuten Umstrukturierung im letzten Sommer stellten die Lausitzer Füchse die Weichen für die DEL2-Saison 2025/2026. Das Trainerteam um Christof Kreutzer, André Mücke und Frantisek Gistr konnte den Kader weitgehend nach eigenen Vorstellungen formen. Insgesamt zehn Neuzugänge verstärkten zum Trainingsstart die Mannschaft. Der offizielle Auftakt zur Saison erfolgte am 16. September mit der Pressekonferenz sowie einem „Open Locker Room“, der den Medienvertretern unmittelbare Einblicke in die Kabine der Füchse-Profis ermöglichte.
Die Vorbereitung in die anstehende Spielzeit verlief jedoch unter schwierigen Bedingungen. Aufgrund der baulichen Situation in der Eisarena Weißwasser war ein regulärer Trainingsstart nicht möglich. Umso bemerkenswerter war die Eigeninitiative der Mannschaft, die eigens ein Trainingslager im tschechischen Budweis organisierte. Ergänzend dazu absolvierte die Mannschaft zu Saisonbeginn die obligatorischen Leistungstests in der Uniklinik Dresden, bei denen die körperlichen Grundlagen für die Spielzeit geprüft wurden.Auch die Eiszeiten mussten überwiegend auswärts – unter anderem in Dresden und im tschechischen Benátky – absolviert werden. Insgesamt standen sechs Vorbereitungsspiele auf dem Programm. Dabei gab es Spiele gegen die polnischen Teams von Zagłębie Sosnowiec sowie dem 9-fachen polnischem Meister, Unia Oświęcim. Gastspiele in Hannover, Kassel und Crimmitschau rundeten das Vorbereitungsprogramm ab. Das einzige Heimspiel in der nun mit neuer LED-Beleuchtung sowie neuer Flexbande ausgestatteten Eisarena in Weißwasser erfolgte am 13.September gegen den tschechischen Zweitligisten HC Stadion Vrchlabí, dem Tag, an dem auch zeitgleich die Saisoneröffnung der Füchse vor der Eisarena stattfand.
Der Ligastart am 19. September begann mit einer sportlichen Niederlage in Regensburg, doch bereits beim Heimauftakt zwei Tage später folgte mit dem 4:3-Erfolg gegen Aufsteiger Bietigheim Steelers das erste Erfolgserlebnis. Mitte Oktober gelang den Füchsen ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende, ehe eine kurze Phase mit drei Niederlagen folgte. Doch noch rechtzeitig vor der Länderspielpause setzte die Mannschaft mit einem 4:1 gegen Regensburg wieder ein positives Signal.
Nach rund einem Viertel der Saison stand ein besonderes Duell im Fokus: das Aufeinandertreffen mit der Düsseldorfer EG – erstmals seit der Saison 1995/96. Im ersten Spiel reichte es noch nicht zum Sieg, jedoch konnte mit einem Punkt nach Verlängerung bereits ein Achtungserfolg in Düsseldorf erzielt werden. Der Bann wurde dann im zweiten Auswärts-Duell gebrochen, als die Füchse am 25.Januar 2026 mit einem 4:2 Auswärtssieg und drei Punkten die Heimreise nach Weißwasser antraten. Den Schlusspunkt der vier Duelle mit der DEG setzten die Weißwasseraner mit einem souveränen 5:0-Heimsieg am letzten Hauptrundenspieltag. Für Spieler, Fans und unseren Rheinländischen Headcoach fühlten sich diese Siege ganz besonders an.
Die DEL2 zeigte sich erneut über die gesamte Spielzeit hinweg extrem ausgeglichen. Während sich lediglich die Spitzenteams aus Krefeld und Kassel etwas absetzen konnten, lagen die übrigen Mannschaften im Saisonverlauf dicht beieinander. Die Füchse bewegten sich lediglich an den ersten acht Spieltagen im unteren Tabellenbereich – oftmals bedingt nur durch das Torverhältnis – und etablierten sich anschließend im gesicherten Mittelfeld. Im Saisonverlauf reagierten die Verantwortlichen in Hockeytown personell mehrfach und verstärkten den Kader gezielt. Insgesamt erwiesen sich die Nachverpflichtungen sowohl in der Offensive als auch in der Defensive als wichtige Faktoren für Stabilität und Tiefe.
Ein emotionaler Höhepunkt im Spieltags Geschehen war sicherlich der Teddy Bear Toss am 14. Dezember, der ebenso wie der vielumjubelte Heimsieg gegen die Kassel Huskies an diesem Tag zu einem vollen Erfolg wurde. Die Phase rund um Weihnachten, den Jahreswechsel und die ersten Wochen im neuen Jahr stellte die Mannschaft jedoch vor große Herausforderungen. Die Anzahl erkrankter und verletzter Spieler stieg deutlich an und bereitete dem Trainerteam immer wieder Probleme bei der Kaderplanung. Auch sportlich machte sich dies bemerkbar: Im Januar konnten die Füchse aus den ersten sieben Spielen lediglich einen Sieg verbuchen.
Die Reaktion der Mannschaft folgte eindrucksvoll. Mit großem Einsatz und spürbarem Teamgeist kämpften sich die Füchse zurück und starteten zu Beginn der entscheidenden Saisonphase eine Serie von sechs Siegen in Folge. Dabei gelang es mehrfach, bereits verloren geglaubte Partien in den Schlusssekunden noch zu drehen und das Eis als Sieger zu verlassen.Der entscheidende sportliche Meilenstein gelang am 20. Februar diesen Jahres: Mit einem 6:2-Erfolg gegen Bad Nauheim am 47.Spieltag sicherten sich die Lausitzer Füchse bereits 6 Spieltage vor Ende der Hauptrunde den Klassenerhalt. Gleichzeitig war es der sechste Sieg in Serie. Mit dem Erreichen des Saisonziels wurden die Ambitionen neu ausgerichtet, der Fokus lag nun auf dem Einzug in die Playoffs.
Mit dem bereits erwähnten überzeugenden 5:0-Erfolg gegen die Düsseldorfer EG am letzten Hauptrundenspieltag sicherten sich die Füchse Tabellenplatz sieben und damit das Heimrecht in den Pre-Playoffs. Insgesamt verfolgten während der Hauptrunde rund 70.000 Zuschauer die 26 Heimspiele in der Eisarena Weißwasser.
Die Bilanz der Füchse fällt zum Abschluss der Hauptrunde äußerst positiv aus: 26 Siege aus 52 Spielen, 79 Punkte sowie ein Torverhältnis von 154:152. Besonders hervorzuheben ist die Heimstärke mit 16 Siegen, womit die Füchse zu den besten Heimteams der Liga zählten. Mit Tabellen-Rang sieben erreichte die Mannschaft zudem das zweitbeste Hauptrundenergebnis seit 2019.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war auch in dieser Saison der ausgeprägte Teamgeist. Neben der täglichen Arbeit auf dem Eis setzte das Team auch abseits des Sports gezielt auf Gemeinschaft. Mehrere Teambuilding-Maßnahmen – darunter ein Go-Kart-Nachmittag in Löschen, ein Event auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz Oberlausitz, eine Schlauchboottour auf der Neiße sowie eine Kahnfahrt im Spreewald – stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zusätzlich. Diese gemeinsamen Erlebnisse waren ein wesentlicher Baustein für den ausgeprägten Teamgeist, der die Füchse über die gesamte Saison hinweg auszeichnete. Sportlich präsentierte sich der Kader in der Breite ausgeglichen, ohne sich auf einzelne Reihen verlassen zu müssen. Erneut machten Spieler aus Weißwasser auch in der Liga mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam. Stürmer Lennard Nieleck wurde Anfang März zum Rookie der Saison ausgezeichnet und Torhüter Anthony Morrone gehörte erneut zu den Finalisten bei der Wahl zum „Torhüter der Saison“ in der DEL2.
In den Pre-Playoffs kam es schließlich zum sächsischen Derby gegen die Eispiraten Crimmitschau. Nach einem umkämpften Auftaktspiel in der heimischen Arena, das erst in der Verlängerung entschieden wurde, setzten sich die Füchse im zweiten Spiel deutlich gegen die Westsachsen durch und zogen mit einem 2:0-Seriensieg ins Viertelfinale ein. Überragender Akteur dieser Partie war Lane Scheidl, dem gleich vier Treffer gelangen.
Im Viertelfinale wartete mit den Kassel Huskies erneut ein Topteam der Liga. Die Serie entwickelte sich zu einem intensiven und engen Duell, in dem fünf der sechs Spielemit nur einem Tor Unterschied entschieden wurden. Gleich zweimal ging es zudem in die Verlängerung. Trotz großem Einsatz und beeindruckender Moral mussten die Füchse zunehmend dem Kräfteverschleiß und dem Verletzungspech Tribut zollen. In jeder Partie der Serie fiel ein weiterer Spieler aus, sodass der Kader in der entscheidenden Phase stark dezimiert war. Dennoch hielt die Mannschaft mit großem Einsatz dagegen und konnte selbst zwei Auswärtssiege in Kassel feiern. Im sechsten und letztlich entscheidenden Spiel vor ausverkaufter Kulisse in Weißwasser fehlte den Füchsen nur ein einziger Treffer – Kassel entschied die Serie für sich und zog ins Halbfinale ein. Trotz des Ausscheidens wurde die Mannschaft von den Fans unglaublich emotional gefeiert. Kaum ein Zuschauer verließ vorzeitig die Arena, stattdessen gab es stehende Ovationen und lautstarke Unterstützung für das Team.
Ein würdiger Abschluss folgte bei der Saisonabschlussveranstaltung: Rund 1.000 Fans verabschiedeten am 12.April die Mannschaft mit großem Applaus. Die letzte Teampräsentation sowie die Versteigerung der Warm-up-Trikots zählten zu den Höhepunkten eines Tages, der die besondere Verbindung zwischen Team und Hockeytown eindrucksvoll widerspiegelte.
Die Saison 2025/2026 hat gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckte. Mit dem jüngsten Team der Liga gelang es erneut, sportlich zu überzeugen. Und auch abseits des Eises konnte man die Mannschaft bei mehreren Veranstaltungen hautnah erleben. Ob Autogrammstunden, Dauerkarten-Event, Weihnachtsmärkte, Winter-Eislaufbahnen in der Region, bei all diesen Veranstaltungen unterstrichen die Profis die enge Verbindung zwischen Mannschaft und Fans. Genau diese Momente – auf und neben dem Eis – stehen sinnbildlich für das, was die Lausitzer Füchse ausmacht: Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft und die Bereitschaft, füreinander alles zu geben. Dieses Selbstverständnis ist seit jeher ein Teil der DNA in Hockeytown.
Und an dieser Stelle endet nun auch für uns in der Geschäftsstelle die Saison.
Ein besonderer Dank gilt unseren Gesellschaftern, Fans, Sponsoren und Unterstützern für ihr großartiges Engagement in der vergangenen Spielzeit. Ihr Vertrauen und eure Unterstützung bedeuten uns viel – wir freuen uns darauf, gemeinsam in die nächste Saison der Lausitzer Füchse in der DEL2 zu gehen.
Unser Team noch einmal in Zahlen (nach der Hauptrunde):
- 1439 Schüsse auf die gegnerischen Torhüter
- Im Durchschnitt 3 Tore pro Spiel erzielt | Liga-Durchschnitt 5,96 Treffer
- 1805 Schüsse auf das eigene Tor bekommen / unsere Gegner benötigten somit fast 12 Schüsse, um ein Tor zu erzielen
- Fangquote unserer drei Goalies: zwischen 90,83 und 93,94 Prozent (Überragend!)
- 103, 6 % Erfolgsquote bei den Special-Teams – Platz 4 der Liga
- Mit 8,33 Strafminuten pro Spiel ebenfalls Platz 4 in der Fairplay Statistik | Liga-Durchschnitt 19,13 Minuten
- Topscorer: Lane Scheidl / 16 Tore|27 Assists|43 Punkte
mit 7 Toren und 2 Assists war Lane auch Füchse-Topscorer in den Playoffs
Fotos: Thomas Heide | Juliane Gischel | JMD Photografie | citypress | Christof Jürgens | Ludwig Schirmer

























